Der Klügste Hund... Weder meine noch Jens Idee -nein, seht wie es dazu kam:

SAT.1 Frühstücksfernsehen meinte am 30.Juni 2016:

"Das ist Deutschlands klügster Hund"

Eine Szene dieses Beitrages wurde im Rewe Markt Achillesstraße in Karow gedreht. Ein sehr Toller Markt mit sehr Freundlichen Aufgeschlossenen Personal, immer für Behinderte da, es wird unaufgefordert geholfen und ich als Assistentin von Jens war von Anfang an willkommen. Leider ist das nicht immer so gleiche Kette anderer Markt (Rewe Pasewalker Str.) sieht man das ganz anders, Behinderte sind dort unerwünscht.

Chronik meiner Medienpräsens :

Das Magazin zibb strahlte anläßlich

der Preisverleihung am 19.Mai 2016 diesen Beitrag aus:

Am 1.Dezember 2017 erschien in der Beilage "Tabu"

in "Die Welt" auf Seite 3 dieser Beitrag.

Nach der Preisverleihung und den ersten Fernsehbeiträgen interessierten sich weitere Medien für uns. Einige lehnten wir aus Persönlichen Gründen ab (ZDF, RTL) Andere druckten etwas über uns von denen wir gar nichts wussten, teilweise bezogen diese die Infos aus dem Sat1 Frühstücksfernsehen ( wie unter anderen "Mitteldeutsche Zeitung" , "news.de" , "SnackTV" , "panorama" , "mz-web.de" und einige andere Online Portale ) Auch einige Tier- Zeitschriften wie "Partner Hund" und "Dogstoday" berichteten über die Preisverleihung. Außerdem stand ein Bericht über uns im Lokalteil der SPD Karow. Diese Öffentlichkeitsarbeit diente einzig und allein dem Zweck den Assistenz Hund in Deutschland bekannt zu machen. Wir arbeiten beide weiter daran, das ein Assistenz-Hund Team egal ob Blindenführ- Behindertenbegliet- Diabetiker- und andere Hunde Teams ihr Zugangsrecht ohne Diskusionen wahrnehmen dürfen. Länder wie Schweiz, Österreich, Niederlande , Dänemark (alle inzwischen selbst getestet) machen es vor. Nur Deutschland ist (wie in vielen anderen Dingen ) weiterhin Entwicklungsland.

Meine Chronik !

Geboren am 21.Mai 2012 in Rehfelde mit insgesamt sieben Geschwistern von meiner Mama Daysi.

Vorgeschichte:

Am 22.August 2012 Jährte sich der Todestag von Jens seiner geliebten Susi zum vierten Mal. Eine Freundin fragte noch: "Wann zieht denn hier wieder ein Hund ein ?" Antwort von Jens: " Ich bin einfach noch nicht so weit, die Trauer sitzt noch tief. Außerdem habe ich gerade erst meine Schulden, die durch die Arzt -, Medikamenten- sowie die Einäscherungs-kosten enstanden sind, getilgt.".

Drei Wochen später: Chat-Bekanntschaften meinten, dass da noch Welpen ein neues Zu-hause suchen. Da auch gleich Fotos dabei waren, kam Jens ein kleines Lächeln über die Lippen; er besprach das gleich mit seinem Freund, der auch angetan war. Es war die Rede von klein bleibenden Welpen... Nun gut, nähere Infos eingeholt und ab nach Rehfelde die Welpen anschauen. Da drängelte sich mein Bruder immer vor. Doch ich setzte mich, schüchtern wie ich war, vor Jens und erweckte so seine Aufmerksamkeit. Doch was vernahm ich: Jens äußerte Bedenken, er hatte eine kleinere Rasse erwartet. Ich war schon mit vier Monaten so groß wie seine Susi. Er wollte sich das alles noch mal überlegen, wo genau soll ich "groß werdender Hund" schlafen, ist für mein leibliches Wohl gesorgt usw. In den nächsten Tagen gab es viele Diskussionen bei Jens zu Hause, mit der Berliner Tiertafel wurde geklärt, dass die uns beim Futter unterstützen können. Erste Gespräche mit dem Verein"Hunde für Handicaps" folgten, dass es ein Versuch wert sei aus einem Jagdhund auch einen Assistenzhund zu machen. Außerdem wurde noch geklärt, wer sich um mich kümmert, wenn Jens mal krank ist oder nicht aus dem Bett kann.Dann klingelte bei uns in Rehfelde das Telefon und Jens sagte, dass er mich morgen hier abholen werde. Ich hatte sogar schon einen Namen bekommen. Jens meinte, mit meiner Tolle im Gesicht sehe ich aus wie Orgelrieke... schon hatte ich den Namen Rieke weg.

Am 18.September war es so weit: Jens holte mich mit seinem Freund von meiner Mama und den letzen beiden Geschwistern ab.

Jens meinte noch:"Ist das richtig, diesen Hund einfach von seiner Familie wegzunehmen; ich hab ein schlechtes Gewissen!°".Nun ja, dachte ich, soll er- und ich büchste gleich mal nach der Ankunft in meinem neuen Zuhause aus. Doch der Freund war schnell hintermir her und trug mich ins neue Zuhause, da wog ich allerdings noch  keine 20 kg.

Ab jetzt sollte ich in einer neuen Umgebung wohnen. Das ist die erste Aufnahme von dort.

Jetzt begann langsam der Ernst des neuen Hundedaseins. Wöchentlich ging man mit mir in die Welpenschule; hier lernte ich noch andere Hunde kennen außer meine Mama und Geschwister. Auch eine dicke Freundschaft schloß ich hier. Luise ist noch heute  meine beste Freundin und ab und an treffen wir uns und gehen zusammen spazieren.

Als ich für die Welpenschule zu alt war, begann für mich im April 2013 der Unterricht. Jens fuhr mit mir einmal die Woche auf das Trainings- gelände in Buch von "Hunde für Handicaps". Das machte mir richtig viel Spaß. Jedesmal wenn wir in Richtung dieses Ortes kamen, war ich voll aufgeregt und freute mich auf Neues, das ich da Lernen durfte.  Auch die Trainerin habe ich gern gehabt und ich glaube, sie mich auch.

Ich konnte ja schließlich schon ´´ne Menge. Zum Beispiel konnte ich meine Spieltiere auseinanderhalten. Wusste, was ein Esel, ein Hase, eine Maus usw. ist. Ich brachte aus Spaß Jens immer die Schuhe und was sonst noch so rumlag. Jedesmal bekam ich dafür Leckerlies.  Jetzt sollte ich die Schuhe nicht nur bringen sondern auch ausziehen... Auch hier bekam ich immer Leckerlies, es machte immer mehr Spaß, ich konnte bald Türen auf und zu machen, das Telefon bringen, lernte die Waschmaschine ausräumen, und Jens war immer überglücklich. Und ich selbst war genau so glücklich, wenn wir uns dem Trainingsplatz näherten.

Pfingsten 2014 wurde es richtig ernst. Jens war völlig aufgeregt, ich wusste nicht wieso. Da waren noch einige andere Hunde, es sollte unser Sozialverhalten geprüft werden. Die Menschen nannten es "Wesenstest".  Ja, ich habe an diesem heißen Tag, es waren über 30 Grad und es dauerte über 12 Stunden, ´ne ganze Menge über mich ergehen lassen. Ich wurde angebrüllt, von Fremden angefasst, es rannten Menschen und Kinder um mich herum, kaum hatte ich mich gerade wieder in den Schatten gelegt, bat mich Jens schon wieder mitzukommen; ich hatte keine Lust mehr, dann verletzte ich mir noch die Pfote an einem spitzen Stein. Wieder sollte ich´ Fuß´ an Jens Rollstuhl laufen, da kam so ein Mensch uns entgegen gerannt und machte Mätzchen, daraufhin habe ich den angebellt und dem gesagt, dass mich alle mal können. War doof, denn danach war Jens ziemlich traurig , deswegen haben wir diesen Teil der Prüfung nicht bestanden. Jetzt musste ich noch mehrmals zeigen, dass ich nichts gegen Jogger hab. Wir übten an verschiedenen Plätzen und immer wenn die vielen Jogger kamen, habe ich die ignoriert und Jens war echt glücklich. Der Trainerin Uscha habe ich dann auch gezeigt, was ich noch so drauf hab: Enten, die vor mir herlaufen, ignoriere ich, Radfahrer gehen mich nichts an. Kinder können schreien, ich stelle meine Ohren auf Durchzug... So konnte ich diesen Wesenstest dann dennoch bestehen. Bei dieser Gelegenheit habe ich mit Jens noch eine tolle Freundin dazu gewonnen. Uscha ist nicht nur ne super Dufte Trainerin die selbst im Rollstuhl sitzt und sich echt in die belange eines Behinderten versetzen kannsondern auch eine echt super liebe Frau. Ja, inzwischen wurde zweimal die Woche trainiert, einmal in Buch mit Kerstin und einmal in Staaken oder in der Stadt mit Uscha.Die sich leider ende 2014 aus Gesundheitlichen Gründen aus dem Training im verein zurück zog. An Uschas Stelle trat dann Vivien die uns aber auch mit super viel Geduld einige Tricks bei brachte. Doch der private Kontakt mit Uscha besteht natürlich weiter und sie hat auch viel zum Gelingen beigetragen. danke Liebe Uscha.

Dann gab es noch immer diese Feste, die Menschen redeten vom Sommerfest, da gab es Wettbewerbe: Hund und Mensch sollten zeigen, was sie können. Bei meinem ersten Fest im Sommer 2014 belegten wir gleich mal den zweiten Platz. Ein Jahr später 2015 das gleiche wobei es bei dieser Preisvergabe zu Unregelmässigkeiten gekommen ist, die mich sehr geärgert haben, weil wir sehr auf seiten der Gerechtigkeit  sind. Aber sei´s drum, Leckerlies als Prämie sind mir sowieso viel lieber als ein Pokal. 2016 haben wir dann gar nicht an dem Fest teilgenommen,zum einen aus genannten Grund aber vor allem: da wir uns einen wohlverdienten Urlaub gegönnt haben .. Denn jetzt im Jahr 2016 ist sehr viel passiert. Hier Bilder von einigen Festen und anderen Treffen auf dem Vereinsgelände. Oft dabei  Gayle Tufts, die Schirmherrin des Vereins.

Diesen Wettbewerb, der in unser beider Leben alles auf den Kopf stellte. Unsere Trainerin Kerstin hatte die Idee Filme, die wir ohnehin in Vorbereitung auf die Assistenzhund-Team-Prüfung machten, für einen Wettbewerb, der erstmalig und im deutschsprachigen Raum stattfand, einzureichen. Keiner dachte mehr daran... , als Anfang Mai das Telefon klingelte -ich brachte das brav wie immer Jens- , wurde der plötzlich kreidebleich und und ganz hippelig zugleich. Auf einmal flippte der  rum, tanzte in seinem Rollstuhl, drückte mich echt fest an sich...und schrie:"wir gehören zu den Preisträgern Goldenes Team!".

Jetzt ging alles Schlag auf Schlag.  Die Assistenzhund-Team-Prüfung sollte bald stattfinden. Jens hat die bis zum letzten Drücker hinaus- gezögert. Zum einen, weil er höllische Prüfungsangst hat, obwohl unsere Trainerin immer versichert hat: " Ihr schafft das, Rieke ist längst so weit... du kannst dich auf deine Rieke verlassen... " .Aber da war noch das finazielle Problem. Jens hat bedingt durch seine Behinderung keine Möglichkeit mehr zu arbeiten und bekommt Rente auf Hartz 4- Niveau. Der Verein hatte die geniale Idee bei ´Betterplace´ einen Spendenaufruf zu starten. Jens kam aus dem Heulen nicht mehr raus , es gab tatsächlich viele liebe Freunde und Bekannte aber auch völlig Fremde die uns unterstützten. Also stand der Anmeldung zur Prüfung nichts mehr im Wege.

Der erste Teil der Prüfung war am 20.Mai einen Tag vor meinem vierten Geburtstag und dem Tag der großen Gala, der Preisverleihung "Das Goldene Team" . Mein völlig aufgelöster Jens hatte in der schriftlichen Prüfung drei kleine Fehler .. Die Fragen waren alle richtig beantwortet ,nur gab es bei einigen Fragen mehrere richtige Antworten, da fehlten insgesammt drei Kreuze.Ich für mein Teil habe mit großen Eifer den Prüfern gezeigt, was ich im Haushalt alles kann und überall gab es eine glatte Eins.

Ein guter Grund am 21.Mai meinen Geburtstag im Rahmen der Gala zu feiern und den Preis entgegen zu nehmen.

Bilder von der Gala am 21.Mai 2015

Wie gesagt, es ging alles Schlag auf Schlag. Am 13.5.2016 war das erste mal ein Fernsehteam bei uns, am 18.5.2016 war die "Generalprobe" zur Prüfung (also schon einmal ein kompletter Prüfungsdurchlauf am Stück), am 19.5.2016 lief unser erster Fernsehbeitrag, am 20.5.2016 war der erste Teil der Prüfung, am 21.5.2016 mein Geburtstag und die Gala mit der Preisauzeichnung und am 26.5.2016 der letzte Teil der Prüfung...

Am 9.6.2016 kam die Zeitung einen Nachmittag zu uns am 10.und 11.6 sollten wir auf einer Messe etwas gemeinsam mit anderen Teams vorführen dazu haben wir bis zum Abwinkend geprobt doch Jens war das alles zu viel und wurde echt Krank, Pech meine Übung umsonst.Durch den Rummel im RBB und den doppelseitigen Zeitungsartikel ist nun auch noch das Sat1 Frühstücksfernsehen auf uns Neugierig geworden und diese kamen am 22.6.2016 zu uns das war der mit Abstand aufwedigste Dreh es war wieder sehr heiss und es wurde viel abverlangt zu sehen sind davon "nur" fünf Minuten. Wir waren beide platt am Abend.

Aber noch mal zurück zur Prüfung, letzter teil:

Auch dieser teil lief super, na- fast; da ich es gewöhnt bin, dass Jens mit seinem E-Rolli immer ziemlich schnell fährt, habe ich das Fußlaufen ganz gut drin, doch während der Prüfung musste Jens ja auf die  Zweibeiner (Prüfer) Rücksicht nehmen und langsam fahren... da war ich eben immer ein paar Zentimeter vor seinem Rollstuhl., doch Jens konnte das gut erklären und dann durften wir ca. 100 Meter richtig losspeeden, so wie ich es gewohnt war und da habe ich es ihnen aber gezeigt, wie gut ich auf den Millimeter genau Fuß laufen kann, ätsch. Was auch gut ankam, war, dass gerade hektische Kinder an uns vorbei zogen, die ich völlig ignorierte, und mich sogar unter Duldungsstarre streicheln ließ. Dann zogen auch noch Enten direkt neben mir vorbei, lechz, aber ich wusste worauf es an kam und tat so ,als sehe ich die gar nicht. Ja, alles hat bestens geklappt und alle waren zufrieden, so haben wir die Assistenzhund-Team Prüfung mit Bravour abgeschlossen. Jens war mehr als überglücklich. Drei Jahre harte Arbeit haben sich gelohnt. Die vielen großzügigen Spender haben wir auch nicht enttäuscht. Danke noch mal an alle auf diesen Weg!

Jetzt ab dem Spätsommer wird der richtige Alltag bei uns eintreten, keine regelmäßigen Trainingsstunden mehr, dafür aber immer als Team zusammen überall hin gehen, ob zum Einkaufen oder ins Kino, auch in verschiedenen Theatern war ich schon dabei, wie Friedrichstadtpalast, Oper oderMusical-Theater. Selbstverständlich auch zum Schwimmen, Jens braucht mich ja zum Ausziehen, ich warte brav in der Garderobe, mach mich doch nicht mit dem Chlorwasser nass, zumindest befürchten das immer die Schwimmmeister. Leider gibt es immer wieder Diskusionen an der Schwimmhallen Kasse das man mir aus "Hygienischen Gründen" den Zutrit verweigert, obwohl die Gesetze klar geregelt sind. Im Moment weigern sich die Berliner Bäderbetriebe diese klare Gesetzteslage in die Hausordnung zu setzen , aber Jens wird die weiter nerven. Fliegen ist jetzt auch offizell kein Ding mehr, obwohl ich nach dem bestandenen Wesenstest schon des öfteren mit Intersky geflogen bin(natürlich neben Jens in der Kabine); denen hatte die Ausbildungsbescheinigung gelangt. Leider gibt es Intersky seit Ende 2015 nicht mehr und die großen Fluggesellschaften haben auf die Abschlussurkunde bestanden. Deshalb konnten wir erst wieder im Juli und August dieses mal in einer Boing gemeinsam fliegen.

Im Flieger der Intersky 2014

Hier bin ich bei der "Arbeit"

Hin und wieder treffe ich mich mit meiner Schwester Marlene

Oder Besuche mit ihr unsere Schwester Lina und unsere Mama Daysi

Aber ich habe auch nen Duften Kumpel, mein Nachbar Oskar:

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© Jens Schmidt